Formel-1: Großer Preis von Italien

Autodromo di Monza 2004: Hier wurde der HSBC geboren!

Die Tagebuch-Einträge findet ihr am Ende der Seite!


Mittwoch: Anreisetag

 


Donnerstag: Ausflug nach Mailand


Freitag: Freies Training

 


Samstag: Qualifying


Sonntag: Das Rennen


Tagebuch-Einträge:

Tagebuch-Eintrag vom Mittwoch, 8. September 2004:

Evi: Es ist jetzt 07:45 Uhr und wir sind schon auf der Autostrada. Wir haben nur das Nötigste im Gepäck: Zelte, Pavillon, Biertisch, Kaffeemaschine – überlebenswichtige Dinge eben. Hm, ich kann noch gar kein Meer sehen! Muß Ingrid fragen.

Ingrid: Ja gut äh,das muss man aus einem anderen Blickwinkel betrachten: Würde man Österreich platt machen, dann hätte man freie Sicht aufs Meer.Und noch einen weiteren Vorteil: Wenn man Skifahren ist, hätte man mehr Parkplätze zur Verfügung. Sollte ich Evi sagen, dass Mailand nicht so diretta am Meer liegt? Na ja, rein global gesehen schon. Wir waren heute Zeuge des Sonnenaufgangs: Ein neuer Tag ward geboren. Ich weiß was, ich weiß was: Wir könnten ja unsere Biervorräte killen und uns das Meer herbeisaufen.

Evi: Nein, nein, das Bier ist knapp bemessen.Bloß zwei oder drei Tragl. Und auf die harten Sachen sollten wir nur in Notfällen zurückgreifen! Wir haben gerade Fritz und Manu überholt. Das zieht sich hier. Pffff. Und ich kann immer noch kein Meer sehen. Ingrid lügt bestimmt. Mailand ist bestimmt ganz mächtig nah am Meer. Genau. Jetz muas i a bissal bläd schaun.

Ingrid: Gar ned wahr! Aba bläd schaun hert se guad o!Wir haben die Autostrada del Brennero bereits hinter uns gelassen. Der nächste Stopp ist am Gardasee. Wir fahrn in Affi obi. Evi und ich machen inzwischen ein Nickerchen. Man muss schlafen wenn man Gelegenheit hat, wer weiß, wann man wieder dazu kommt.

Evi: Sodale.Jetz ham wir grad am Gardasee in Laszise fürstlich gespeist und "Expresso" getrunken. Unser Bedienerich hatte längere Haare als Ingrid! Aber die von der Ingrid waren gewaschen.

Ingrid: Ja gut äh, ich glaub ich hab jetzt dann ein exorbitantes Problem: Ich bin gar nicht mehr müde! Wie soll ich da nur ein Nickerchen machen? Wahrscheinlich liegt`s an der Vorfreude auf ein kühles, original, the one and only, aus der ältesten Brauerei Münchens, gegründet 1328 stammendes Augustiner. Ja und die Wodkamelone wird auch ein Highlight. Wir haben noch 120 km vor uns. Es fällt mir nicht leicht, aber ich versuch`s noch mal mit einem Nickerchen. Es wird ein Kampf werden, aber ich werde gewinnen!

Evi: Da ! Wir haben (nach kurzem Kampf) unser Zelt aufgebaut. Die Fahnen wehen im Abendwind, wir sitzen im Pavillon, schlabbern Bier und ratschen. Superwetter und Poppi is scho blö.

Ingrid: Gar ned wahr! Ich sitz in Ralfi`s Campingstuhl mit Sonnenschirm und trink` Ecco. Vielleicht macht ja das Ecco blö. Ich muss noch anmerken, dass Dinkelkräcker mit Paprikageschmack sehr gut mit Auer Pilsener harmonieren. Gerade ist eine Diskussion entbrannt, ob diese hochfliegenden Geistes… also Worte im Internet veröffentlicht werden sollen. Da drängt sich doch die Frage auf, ob diese metrosexuelle Generation X reif für unsere revolutionären Ideen ist. Ob sich das Platon auch gefragt hat, als er sein Symposion niederschrieb? Is ja egal. Ich habe gerade festgestellt, dass in der Coleman Multi Maxi Bar zwei Pils den Platz von einem Augustiner einnehmen. An dieser Stelle nun der Hausfrauentipp: Man muss zwei Pils trinken, damit man ein Augustiner genießen kann. Wir sind kurz vor dem Abendessen. Der Salat aus Führmänner´s Garten ist angemacht, der Tisch ist gedeckt, sogar Endlosservietten sind kommod neben dem brasilianischen Geschirr dekoriert. Die Paprika und Kräutersteaks bruzzeln auf dem Grill. Die Great Grill Sauce wartet auf Ihren Einsatz. Aber das wichtigste ist: Die Wodkainfusion ist schon in der Melone. Evi und ich haben gerade einen Ausflug zu den sanitären Anlagen gemacht. Die Geschichte mit dem Wasserhahn vernachlässigen wir mal… Wir hatten gerade eine zündende Idee: Manu hat keine Karte. Sie könnte mit unserer Beauty-Ausstattung einen Kosmetiksalon auf dem Campingplatz eröffnen. Momentan haben wir ein eklatantes Beleuchtungsproblem: Fritz hat sich über Evi`s schwule Blümchenlichterkette echauffiert. Daraufhin musste jetzt diese zur Wäscheleine auswandern. Die frechen Früchtchen von Hochmuth`s fungieren als Begrenzungslicht für unsere kommode Parzelle. Da sich sich leider die Beschwerden über meine Notizen häufen, freu ich mich aufs Essen. 08.09.04; 20:30 Uhr: Evi hat bereits erste Ermüdungserscheinungen. Müde vom Schlafen? Was ich als BMW-Fan noch anmerken muss: Es ist ein Gerücht, dass eine Mücke die in den Tod fliegt und an der Lampe verbruzzelt das gleiche Gräusch macht wie der geplatze Motor von Juan-Pablo Montoya. Grande Katastroph! Wir haben weder eine Espressomaschine (Anm. d. Webmasters: eine "Jura Impressa F-9 Platin" sollte es schon sein!) noch eine Waschmaschine dabei.

Evi: Verdammt! Die anderen sind auf Adventure Tour und haben Ingrid und mich zurückgelassen. Aber machta nixe, wir haben die Pistazien. Grade sind neue Nachbarn eingetroffen. Schwizer! Wir überdenken, ob wir unsere Hilfe anbieten sollten. Aber was, wenn sie annehmen? Ingrid müsste ihren Lümmel-Stuhl verlassen und ich meinen Caipi. Wir werden es noch mal überdenken. Ich glaube, die haben aufblasbare Zelte dabei und bedürfen keiner Hilfestellung von uns. Leider können wir in der Dunkelheit auch nicht feststellen, ob gutes Material dabei ist. Oh oh. Die Schweizer haben grade eine beunruhigend große Lautsprecherbox ausgepackt. Und sie stellen sich doch blöd an beim Zeltaufbauen. Har Har… Patient Wodkamelone erhält gerade eine Chefarztbehandlung: Die Tröpfcheninfusion wurde in eine Druckinfusion umgewandelt. 08.09.04 22:30 Uhr: Infusion am unteren Ende des Barcodes angelangt. Es bleibt spannend. Sternzeit: fünf vor 11. Das nächste mal brauchen wir ein Notstromaggregat. Das spannende Musikduell ging unentschieden aus. Das Spiel Deutschland – Brasilien endete 1:1. Visite bei Melone um 23:20 Uhr: Die Diagnose von Prof. Dr. Hochmuth ist niederschmetternd: akute Alkoholvergiftung. Defibrilator war nicht zur Hand. Assistenzarzt Dr. Führmann wies auf die einzige Alternative hin: Das Batterieladegerät. Da beim Patienten akute Explosionsgefahr besteht, wird die Diskussion der weiterführenden Behandlung noch andauern – es bleibt spannend! Passend zum kritischen Zustand von Melone werden am Tisch biblische Themen diskutiert. Ingrid und ich haben gerade beschlossen uns auszuklinken und muckeln zu gehen.

Tagebuch-Eintrag vom Donnerstag, 9. September 2004:

Ingrid: Wir sind kurz vorm Essen. Das Wichtigste zuerst: Der Patient liegt im Sterben. Die Infusion ist zur Hälfte drin, wir geben die Hoffnung auf. Ob die Formel-1-Fahrer morgen im Trauerflor fahren? Ich glaube nicht. Wenn der Patient stirbt, was wird dann geschehen? Beerdigen in der Fremde? Wegschmeissen ? Aufessen? Es bleibt spannend. Unsere neunen käseköpfigen Nachbarn machen Open-Air frittiern. Pommes und Wüastl aus der Fritteuse. Bei uns wird wieder geschlemmt. Sternzeit: 1. Tequilaflasche leer. Der Patient Melone ist dahingeschieden. Nachdem wir den Schock überwunden haben, wurde Mr. Mälon seziert. Die Anwesenden haben unter Einhaltung der nötigen Pietät Mr.Mälones letzten Weg geleitet.

Evi: Poppi und ich haben Schlafsackgekätscht. Poppi hat mir die Rippen gebrochen, aber dank kluger Taktik hab ich sozusagen gewonnen. Ingrid muß jetzt wieder Mälon schlürfen, damit i weida schlabbern kann. Wildfremde kreuzen unseren Weg. Aber diese Egoisten wollen einfach nicht unser Geschirr spülen. Ein Drama!

Ingrid: Der Rest vom Verschiedenen wird im Gläschen genossen. Wir mussten heute einen Obsttag einlegen, weil morgen Freitag ist. Da darf man im streng katholischen Italien kein Fleisch essen. Nicht mal Fruchtfleisch! Morgen geht`s endlich los!!! Aber bis es soweit ist, muss ich eine zukunftsweisende Entscheidung treffen: Was trinke ich als nächstes? Evi hängt Mr. Mälones kurzes Sterben sehr nach. Mit melancholischem Blick stochert sie in seinen Eingeweiden rum. Ja hier in Monza kommt die wahre Evi zum Vorschein: Eine Kannibalin! Aber sind wir nicht hinsichtlich einer köstlichen Wodkamelone alle Kannibalen? Sind wir nicht alle papered, leafed and hazelnuted? Wer weiß … I hab ma heut in Milano an Güatl kafft. Jawoll! Assistenzartz Dr. Führmann, 12 Minuten nach kannibalistischer Vernichtung: Was reimt sich auf Öse? – Popp mit drei "P". Der nächste Brüller: Eine Runde "Bayer light" und dann eine Runde "Hexal Spezial". Und wie nimmt man das jetzt ein? Na rektal- voll fürn Arsch. Acetylsalicylsäure kann noch einwandfrei ausgesprochen werden. Ein Browser um die Zeit. Bill Gates kann einpacken! Ich ernte gerade Prospekt für meine Schrift, die ich trotz meines leicht erhöhten Alkoholpegels noch habe. Nun noch ein letzer Reiher-Bayer und dann is gut. Eigentlich könnten wir morgen heimfahren, besser wird`s nicht mehr. Ich nippe noch an meinem Präventivaspirin und dann is gut. Oder? Nein, seit der Wodkareform wird Alkopopp mit drei "p" geschrieben. Fritz läuft a Gfahr (Agfa) …

 

Tagebuch-Eintrag vom Freitag, 10. September 2004:

Ingrid: Schon wieder mal vorm Essen. Heute gibt`s Nudeln mit Sosse. Fusili con Vongole e Cozze. Es war zwar schon ohne Formel 1 spaßig, aber heute ging`s endlich los. Der Tod von Mr. Mälone hat uns gestern alle sehr mitgenommen. Ferrari fuhr trotz gegenteiliger Verlautbarungen nicht mit schwarzer Schnauze. Vielleicht morgen. Unsere Nachbarn aus der Schweiz hat die gestrige Tragödie anscheinend auch sehr mitgenommen. Ich komme nicht umhin zu sagen, dass zumindest der heutige Vormittag für uns wie mit einem Trauerschleier belegt war… Genug von Mr. Mälone. Wollen wir nun in die Zukunft blicken. Der Formel 1 Zirkus hat anscheinend auf mich gewartet, zumindest war ein Willkommensgruß in Schilderform für mich vorbereitet. A Traum! Prof. Dr. Hochmuth hat freundlicherweise den Reifen eines BMW Formel 1 Boliden aufgeblasen. Das hat aber Kollege Pizzonia nicht davon abgehalten MEIN Auto zu schrotten. Der Depp! Dafür hat uns Michael gewunken. Und Flavio der alte Brezensalzer kam uns auch vors Objektiv. Die Schweizer haben die Musik aufgedreht: Robert Palmers` Addicted to Love mischt sich mit dem Duft der Soße. Aber deren Grill raucht wie Sau. Geräucherte Schweizer – Civitas Helvetia crudo. Obwohl ich die Schweizer Version von Son of a Preachers`Man auch nicht schlecht fand. Mal sehen, ob sich der heutige Abend auch so extraspaßig entwickelt wie der gestrige. Es bleibt spannend…

Evi: Vollgefressen sitzen wir um unsere fürstliche Tafel, bzw, voll sitzen wir vor Tafel leer. Wir überlegen uns das Programm für den heutigen Abend. Erst als Siesta, 22:00 Uhr ist das Schlafsackcatchen angesetzt. Dazwischen werd ich möglicherweise duschen gehen. Aber das wird wohl spontan entschieden, da ich mich wie alle am Tisch kaum bewegen kann / mag. Es entbrennt eine Diskussion wie wir Mr. Mälone noch toppen könnten. Vom Rum-Radi schwenken wir nahtlos dazu über, unsere fettfreien Chips bei die Käse-Airbrush-Holzschuhträger zu frittieren… Am Spülbecken stompen grad ein paar Mitcamper mit die Töpfe und Spülreiberl. Wir überlegen, ob wir das auch machen, gleich im Anschluß ans Catchen. Wobei ich beim Catchen aufgrund meines angeschlagenen Brustkorbs maßlos gehandicapt bin.

*** Anmerkung des Webmasters: Was jetzt folgt, geht wohl in die Geschichte des Formel-1-Zirkus ein: Ein Willy-Astor-mässiger Wortkalauer , der seinesgleichen sucht - und wohl nie findet: ***

Ingrid: Fritz kauft gerade ein A… Kimm i (Kimmi) eine oder wart ma ob de andan a reikönna (Raikönen). Und für Mr. Mälone hoffen wir, dass er gestern schon tot (Jean Todt)war. Aber er hat sich fort (Ford) gmacht. Und de Schwom hom da (Honda) ihr Zelt aufgstellt. Heid hamma nur Spaghetti gessn, aba moign hoff ma, mias ma a ganz Ross bron (Ross Brown). Gott-sei-Dank hamma a neie Bar im Kella (Baricello). Ach, ihr seid´s a do!(Sato). Es kunnt hard (Coulthard) wern heid. D`Sun is billig aba da Mond teuer (Montoya). Mia mixn uns Cocktails. Ko ma mid dera Bria a tore (Briatore) schiaßn? Daralf (Ralf) trink ma an Williams. Hoffentlich beißen (Theissen) wir nicht ins Gras. Oda gähd a Maß a (Massa). Die Tribünen sind aus Beton (Benetton).Schalt ma moi an Gang runta. Wenn da Petro naß (Petronas) is, mach man sauber (Sauber). Da Grill war dreckig, drum hodn da Petro naß (Petronas) gmacht, dann wird a wieda sauba (Sauber). Nachher kimm i (Kimmi) rei, können (Raikönen) wir was helfen? Na, mia dean a Ross bron (Ross Bown). Aber wir bleiben formell (Formel), trotz den fiesen Keller (Fisicella) Asseln. Mia Hams, andere miasns da arbatn (Button). Und zur schönen Frau sagte er, heute bist Du aber schick, Anne (Schikane). Auf unserem Tisch stehen lauter Parabolica. Das nenn ich mal eine prima Variante (Primavariante). Moant`s a (Monza), dass des a Spass war ? Na, wia ma zruck am Platz warn, war des Zelt weg (Zeltweg). Wenn das Klo besetzt ist, dann mach i in Bach rein (Bahrain). Aber vorsicht, sunst beißt di a Shang Hai (Shanghai). Ich hatte mal einen Nürburgring mit einem Silverstone. Da war ich nicht sparsam (Spa). Der Schumacher is a Ass, fallt (Asphalt) mir grad ein. Ich lach mich lein (Michelin). Sind wir bridgestoned ? Na, macht`s d Musik lauter (Lauda). Trink ma Prost, oder trinkst Du immer allein (Alain). Der gfoid ma. Redn o!(Renault). Shell lädt heute ein zur Vip Hour (V-Power).

Ich schieb schnell was vom freien Training dazwischen: Als zum Schluss ein gelber Radlader über die Rennstreck fuhr, haben alle "Jordan" gebrüllt.

Und weiter geht`s: Bring mal dem Heiko Wasser. Na, danna (Danner) springt`n da Christian o. Is des Auto drom (Autodromo) deins? Da Heidfeld fohrt no a Johr, dann (Jordan) wechslt a wieda. Erst fangan´s tief o, sie (Tifosi) steigern sich aber. Mit dem Styling muast ins Show Biz - ohne a!(Pizzonia). Schmeiß her, i fang scho (Fangio). Wia ko ma´n do standhaft (Kommandostand) bleim? Schneid` ja koane Kerben (Kerpen) in den Baam. Herzlichen Dank an Lagerfeld (Tankanlage). De san so laut, wann machan de Boxnstopp? Fahren wir Autoscooter, i a (Scuderia) ! Des nimm alles i (Alesi) auf mi.

Es ist soweit: HSBC wird geboren. Hardcore Schumacher Brothers Club. So schließt sich der Kreis wieder. Gestern starb Mr. Mälon und heute wird eine Legende aus der Taufe gehoben. Der 1. Tagesordnungspunkt: Hat Michael Schumacher gedient? Das Maskottchen heißt Mira: Michael und Ralf. Evi`s Schaf. Fritz kann Alkohol trinken ohne fröhlich zu sein. Oder muss sonst noch jemand über Kopp of the Popp lachen? Beim nächsten Spiel darf Michelle pfeiffa ( Michelle Pfeiffer). Und zwar bei den HSBC Olympics: Schlafsackcatchen, und –rennen sowie Geschirrtuchlimbo unter der Früchtchengirlande.

 

Tagebuch-Eintrag vom Samstag, 11. September 2004:

Evi: Quali-Tag. Nachdem uns im ersten Step der kolumbianische Drogendealer fast die gute Laune versaut hätte, wurde er Gott-sei-Dank noch von Rubinho ausgebremst. Schumi ist dritter, was für morgen die Megaspannung verspricht. Wir wollen grillen, wobei im Moment nicht die Kohle sondern der Grill brennt. Es bleibt sehr spannend. Ich war heute schon in den Ferrari-Holzschuhen unserer Nachbarn gesteckt. Dafür haben sie uns am Nachmittag Gulaschsuppe gebracht. Mit echtem Gulasch - ohne Käse, ohne Tulpen! Richtig guad. Am Tisch wird grad ein Deal ausgetüftelt - auf Poppis und meine Kosten. Schlafsack- und Schlammcatchen mit anschließendem Früchtegirlandenlimbo. Dafür darf Manu morgen bei die Aichacher das Rennen anschauen. I glab, sovui konn i heid ned dringa, dass i dazu bereit bin. Ingrid hod no den Grübel – Blick und wägt das Für und Wider ab. I konn koa Für finna. Wir haben – wie immer - fürstlich diniert. Heute gab es über glühende Kohlen gebratenes Fleisch mit Salat von Tomaten, blutjungen Möhrchen und Gurken.Wir trinken Campari-Orosch und nach einer kurzen Auszeit ist auch Ralf wieder zu uns gestoßen.

Ingrid: Heute ist der Abend der literarischen Ergüsse. Sicher werden wir auf der oder den nächsten Seiten ein paar Gedanken zu Papier bringen. Aber zuerst lassen wir`s krachen! Wir packen unser Feuerwerk aus. Hurra uns a guad`s Neis! Der Plui des Fleurs fackelt den Rest des Grills ab. Nachdem nach und nach sämtliche Campingutensilien als Feuerwerkszubehör missbraucht wurden, ist auch dies wertvolle Büchlein Opfer eines Pyromanen geworden. Es sieht fast so aus, als wären dies keine Spuren eines Original Feuerwerks aus Monza, sondern eines Veteranen aus Stalingrad. Im Moment wird die Frage diskutiert, wie viel Kalorien in TriTop Orange – Campari stecken. Zurück zum Feuerwerk: Es ist ein Gerücht, dass das Feuerwerk nur für Kinder sei. Manu versucht gerade verzweifelt mit dem Fotoapparat zu telefonieren. Ihr Ehemann lässt verlautbaren, dass man ihr keinen Alkohol mehr gebe. Aber seit der Wodkareform ist alles erlaubt. Fritz fotografiert mich gerade- soll mein Gesichtsausdruck eher melancholisch, alkoholisch oder parabolisch sein? Ich denke mal, ich hab einfach nur blöd geschaut. Heute abend haben wir über unseren bisherigen Monza-Trip resümiert. Monza, wir kommen wieder! Wir sollten uns vielleicht adäquater benehmen, weil wir eventuell unsere Nachbarn wieder sehen. Verdammt ! Naja, mittlerweile sind wir bei triTop Orange mit Southern Comfort aufgegossen mit Caipirinha. Schuld daran ist Manu, irgendwie schmeckt ihr heute nichts. Aber es schmeckt. Wie Spezi mit einem adstringierenden Hauch von Campari im Abgang. Die Anwesenden erbarmen sich meiner Schreibarbeit und wollen mir nachher alles erzählen.Ich stürze mich wieder ins Getümmel. Wie kann man nur sovielen Leid blanken (Leitplanken) Unsinn erzählen.

*** An dieser Stelle im Tagebuch folgt ein kurzer Gruss unserer holländischen Nachbarn:***

Die Holländer: Monza, Formel 1, 11. September 2004: Wir haben einen wunderschönen Abend gehabt mit unseren Freunden. Wir werden Weltmeister mit dem WM Fußballl in 2006 Deutschland.In dem Finale wir gewinnen von Deutschland mit 4:0. Schapen neuken is fyn. Met vriendelyke groet, Die Jungs aus Holland

Ingrid: 0 Uhr: Fritz entflammt feierlich die Gulaschsuppe, die seit 15:00 Uhr auf dem Gasgrill der Entzündung (hier: keine Krankheit) harrt. Damaged and Lost Troubleshooter.

 

Tagebuch-Eintrag vom Sonntag, 12. September 2004:

*** Sonntag - der letzte Tag. Alle sind trotz des bevorstehenden und sicher sehr spannend werdenden Rennens maßlos traurig. Heute fand keine Eintragung ins Tagebuch mehr statt. ***